Kommission für One Person Libraries

Gründung

Der OPL-Gedanke erlebte in Österreich zwischen 2001 und 2006 einen ersten Höhepunkt. In dieser Zeit wurde eine Kommission für One Person Libraries und Spezialbibliotheken gegründet. An diese Tradition knüpfte ein Workshop im Rahmen des 32. Österreichischen Bibliothekartages 2015 an, der die Frage: OPLs in Österreich – (gem)einsam? aufwarf. Die Initiative fiel auf fruchtbaren Boden, sodass am 27. September 2016 der VÖB-Vorstand die Gründung der Kommission für One Person Libraries genehmigte.

Was bedeutet OPL?

Der Begriff OPL verweist auf eine enge Verknüpfung von Person (BibliothekarIn/InformationsspezialistIn: One Person Librarian) und Institution (Bibliothek: One Person Library). Eine OPL ist in der Regel eine Spezialbibliothek, die ein bestimmtes Fachgebiet in einer Organisation(seinheit) betreut. In Abgrenzung zu einer Großbibliothek sind die wesentlichen Schritte der Medienbearbeitung (Erwerbung, Erschließung, Vermittlung, aber auch Recherche, Verwaltung und Rechnungslegung), d.h. die wesentlichen Arbeitsabläufe, in einer Hand. In einer OPL arbeitet in der Regel nur eine einzige ausgebildete Fachkraft (One Professional Librarian), die fallweise oder ständig von (einer) nichtfachlichen Person(en) im Bibliotheksbetrieb unterstützt wird. Eine OPL kann in der Praxis auch von MitarbeiterInnen geführt werden, die keine fachliche Ausbildung haben, die allerdings autodidakt und/oder durch Fortbildungen einschlägiges Wissen erwerben konnten.

Der OPL-Ansatz vermittelt eine Sichtweise, die ein tieferes Verständnis der Arbeitsabläufe in einer Kleinbibliothek ermöglicht:

  • komplette anstelle arbeitsteiliger Arbeitsabläufe
  • Personalmanagement wird zu Selbst- und Zeitmanagement
  • Nutzendarstellung, Marketing und Veränderungsmanagement gewinnen an Bedeutung
  • Kompensation fehlender Ressourcen und Kenntnisse durch Netzwerke
  • Zielgruppen- und Dienstleistungsorientierung
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung haben einen hohen Stellenwert